Barzellini Gian Giuseppe (1730-1804)

24.02.2020

Die Via Barzellini ist allen bekannt, weil es dort Gefängnisse gibt, so sehr, dass in Gorizia der Ausdruck "in der Via Barzellini" dem Ausdruck "im Gefängnis" gleichkommt. Der Name eines berühmten Physikers und Astronomen des achtzehnten Jahrhunderts, der ansonsten wenig bekannt ist, ist somit mit einem Gefängnis verbunden. Giovanni Giuseppe Barzellini wurde am 17. Februar 1730 in Cormons geboren, arbeitete aber in Gorizia, wo er am 7. März 1804 starb. Er behandelte die Rolle des "primo ragionato" (d.h. des Hauptbuchhalters) der vereinigten Fürstengrafschaften Görz und Gradisca und arbeitete die von Joseph II. 1785 gewünschte Berichtigung des Teresianischen Katasters aus, das später auch unter dem Namen Barzellini-Kataster bekannt wurde. Er war Physiker, Mathematiker, Astronom und Meteorologe und veröffentlichte verschiedene Arbeiten zu diesen Themen. Er war auch außerhalb der Stadt bekannt: die Veröffentlichung der "Arkadischen Ephemeriden" (er war "Hirte" des Arkadiens von Görz unter dem Namen Hipparchus Calistenius) brachte ihm die Ehre ein, sein Porträt in Rom unter den Porträts der berühmten Arkadier zu haben. Er wies auch auf das Fehlen von sechs hyperbolischen Logarithmen mit 48 Dezimalstellen in den von der Berliner Akademie veröffentlichten Logarithmentafeln hin, die dann in die nächste Ausgabe des Werkes aufgenommen wurden. Von Barzellini ist die wertvolle Sonnenuhr senkrecht zur Seitenwand der Kathedrale von Görz, die vom Lions Club Görz Maria Theresia nach den Arbeiten vor der Kirche, die sie unleserlich gemacht hatten, restauriert wurde, und seine war auch der erste Ballon, der 1784 erfolgreich in Görz gehoben wurde. 1876 wurde die neue offene Straße im Rassauer Stadtteil nach ihm benannt, die die Bahnhofstraße mit der alten Post- und Zollstraße verband: Später wurde die Straße nach General Cascino benannt, und Barzellinis Name blieb nur auf dem letzten Abschnitt der Straße neben den Gefängnissen, die dem Justizpalast angegliedert waren, erhalten.