Bolaffio Vittorio (1893-1931)

21.02.2020

Vittorio Bolaffiowurde am 3. Juni 1893 in Görz als Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie aus Görz geboren. Nach dem Gymnasium studierte er Malerei in Florenz, wo er Schüler von Fattori und Segantini war, und knüpfte dann künstlerische und kulturelle Kontakte in Triest. Auf der Suche nach einer eigenen Kunst- und Lebensweise verließ er Gorizia: Er blieb in Paris, wo er Matisse und Modigliani traf, mit denen ihn eine starke Freundschaft verband, und schloss sich der neoimpressionistischen Bewegung an. 

Auf der Suche nach neuen Erfahrungen begab er sich als Seefahrer in den Osten; bei seiner Rückkehr wurde er zu den Waffen gerufen und so in den Ersten Weltkrieg verwickelt, in dem er in den Reihen der österreichisch-ungarischen Armee kämpfte. Danach ließ er sich in Triest nieder, ohne jedoch die Beziehung zu seiner Heimatstadt zu unterbrechen, in der seine Mitbürger weder seine Kunst noch seine Persönlichkeit allzu sehr schätzten. Doch selbst in Triest hatte er keinen großen kritischen Erfolg: ein Erfolg, der nicht in der Natur des Künstlers lag, den er um jeden Preis anstrebte. Besonders wirkungsvoll in seinem künstlerischen Schaffen sind die Porträts verschiedener Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Gorizia und Triest und die Werke, die sich auf die Darstellung der Welt der Seeleute und Hafenarbeiter beziehen und in dem Triptychon des Hafens gipfeln. Mehrere seiner Werke - darunter Primavera mit Schwalben und Porträts von Vater, Mutter und Carlo Morpurgo - werden in der Pinacoteca dei Musei Provinciali in Gorizia aufbewahrt. Vittorio Bolaffio starb am 26. Dezember 1931 in Triest. "Er war ein großer Künstler - er träumte von universeller Brüderlichkeit", so lautet die von Umberto Saba für sein Grab diktierte Grabinschrift.