GORIZIA KENNENLERNEN: FOUNDATION CORONINI 1 EINE HULDIGUNG AN GUGLIELMO, GORIZIANO VERO

05.10.2019

Er liebte Görz ohne Wenn und Aber Graf Guglielmo Coronini, ein großer Görzer: "Das historische und künstlerische Erbe, das im Laufe der Jahrhunderte von meiner Familie zusammengeführt wurde - so steht es in seinem Testament - und das in meiner Obhut vervollständigt und wiederhergestellt wurde, darf nicht zerstreut werden, sondern muss dem öffentlichen Genuss und der kulturellen Bildung der Gemeinschaft dienen. Der Palazzo Coronini Cronberg mit der angrenzenden Adelskapelle (...) mit allen Einrichtungsgegenständen, Möbeln, Gemälden, Skulpturen, Archiven, der Bibliothek und den verschiedenen Sammlungen meines Besitzes (...) wird zusammen mit dem Park (...) einen nicht greifbaren und unveränderlichen Museumskomplex bilden, der dem Publikum in ständiger Erinnerung an meine Familie und als Zierde und Attraktion meiner Stadt zugänglich ist". Aus dieser Schenkung entstand die Fondazione Palazzo Coronini Cronberg, eine 1990 vom Grafen gegründete gemeinnützige Organisation. Ziel war und ist es, der Stadt Görz das immense Erbe der Familie Cronberg zugänglich zu machen, angefangen beim Palast mit dem angegliederten riesigen Park und dem künstlerischen und kulturellen Erbe im Inneren. Gegenwärtig wird die Leitung dem Kollegialorgan (Kuratorium genannt) übertragen, das sich aus wichtigen Profilen zusammensetzt, unter denen wir den zeitweiligen Präsidenten finden, d.h. den Bürgermeister von Görz, den Kunstkommissar der FVG, den Regionalrat für Bildung und Kultur, den Direktor der Staatsbibliothek Isontina, den Direktor der Provinzmuseen von Görz, zwei ordentliche Mitglieder und zwei Stellvertreter, die in der Gemeinde Görz ansässig sind, jedoch über ausgewiesene Fachkenntnisse im historisch-künstlerischen Bereich verfügen. Die Stiftung sorgt für die Verwaltung, Verbesserung und Förderung des so genannten Immobilien- und materiellen Erbes des Coronini-Cronberg-Guts. Diese besteht in der Instandhaltung, Restaurierung und natürlich in der Öffnung der Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit mit Ausstellungen und Veranstaltungen, die darauf abzielen, eine wachsende Zahl von Besuchern anzuziehen. Die Stiftung verdient einen Teil ihrer Einnahmen aus den Einnahmen, die ihr von den Besuchern garantiert werden, lebt aber hauptsächlich von den vielen öffentlichen Geldern. Im Laufe der Jahre hat die Stiftung von verschiedenen Fonds profitiert, die auf die Renovierung und Entwicklung der Räumlichkeiten des Nachlasses und seines historisch-kulturellen Repertoires abzielen. Im Laufe der Jahre wurden Immobilien (das Anwesen selbst und andere - auch nicht angrenzende - Besitztümer) und Möbel (Gemälde und andere kulturelle Funde) restauriert. Wie gesagt, war dies möglich dank des Verkaufs von in Italien und im Ausland verstreuten Immobilien, dank zahlreicher regionaler und privater Finanzierungen (unter Beteiligung verschiedener Provinzen und insbesondere Görz), die der Stiftung die Liquidität für die Verwaltung ihres Vermögens garantiert haben. Gegenwärtig beschäftigt sich die Stiftung mit der Erhaltung des Nachlasses mit der Neugestaltung des Parks, der Struktur selbst und dem entsprechenden künstlerischen Repertoire (Keramiken, Gemälde, Drucke und Zeichnungen, Fächermöbel, Stoffe usw.). Weitere Objekte sind überall in der Stadt vorhanden, wo die Stiftung die Restaurierung der wunderschönen Villa Louise (in largo Giordano Culiat), die auf Kosten der Region restauriert wird, und der Casa Rassauer (im Schloss des Weilers), die durch einen Brand im Jahr 2017 schwer beschädigt wurde, leitet. Darüber hinaus wirbt die Stiftung durch verschiedene kulturelle Aktivitäten, Ausstellungen & Veranstaltungen, Konzessionen für private Veranstaltungen (Hochzeiten, Zeremonien, Geschäftsanlässe), die ihr Liquidität, vor allem aber nationale und internationale Sichtbarkeit garantieren. Erinnern wir uns daran, dass der berühmte Kunstkritiker Vittorio Sgarbi ein häufiger Gast der Stiftung ist. Erinnern wir uns auch daran, dass Sgarbi selbst Görz mehrmals für seine Schönheit, seine Geschichte und vor allem seine Kultur gelobt hat. Wir fragen uns, wie es möglich ist, dass das immense künstlerische und kulturelle Erbe, das diese Stadt besitzt, von den Gorizianern selbst nicht vollständig gewürdigt wird (und manchmal nicht einmal bekannt ist). Wie ist es möglich, dass einige externe Persönlichkeiten (nicht unbedingt Sgarbi) mehr über unsere Geschichte wissen als wir selbst? Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir mit den oben aufgeführten Aktionen unserem immensen Erbe eine Zukunft garantieren können, in der Hoffnung, dass es für immer in guten (görzischen) Händen bleibt und vor allem weg von den politischen Überfällen, die zuvor mit den (leider) Provinzmuseen durchgeführt, an das ERPAC verkauft wurden, und anderen unglücklichen Aktionen.

MARTIN NOVAK

Ein jugendliches Foto von Guglielmo Coronini