Coronini Carlo (1818 - 1910)

21.02.2020

Carlo Coronini wurde am 20. April 1818 in Paris geboren, wo sein Vater Michele Botschaftsattaché war. Er war Arzt, hatte mehrere Funktionen im Verwaltungsleben inne und nicht nur auf lokaler Ebene: er war Beamter des Rundschreibkapitäns von Görz, Bezirkshauptmann von Trient, Gouverneur des Herzogtums Salzburg. 

1872 wurde er zum Podesta von Gorizia gewählt. Er setzte sich aktiv für die Wiederbelebung der Stadt als Kurort ein, auch durch die Einrichtung des Seehospizes von Grado und den Entwurf einer Galerie, die die Piazza Grande mit dem Rafut verbindet (die erst ein halbes Jahrhundert später erbaute Bombi-Galerie). Während seiner Amtszeit wurde Gorizia von einer Pockenepidemie heimgesucht, gegen die der Podesta Coronini, auch dank seiner beruflichen Fähigkeiten, dafür sorgte, dass Interventionen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit durchgeführt wurden, wie z.B. die Ausweisung von Klärgruben und die Desinfektion von Abwasserkanälen und anderen infizierten Gebieten. Sobald der Notstand beendet war, im Herbst 1873, trat Coronini von seinem Amt zurück, auch aus Protest gegen die brutale Unterdrückung der feierlichen Demonstrationen der Bürger am Bahnhof von Görz durch die Polizei, als der Zug des Königs von Italien Vittorio Emanuele II. in Richtung Wien vorbeifuhr. Danach widmete er sich der Literatur und der Poesie und veröffentlichte Kurzgeschichten und Gedichte in deutscher Sprache; einige Gedichte in friaulischer Sprache erschienen auf den "Pagine friulane" (friaulische Seiten). 1875 gehörte er zu den Gründern der Gesellschaft zur Förderung der Klimapflege und des Tourismus in Görz. Er starb am 2. Januar 1910 in Gorizia.