Coronini Rodolfo (1731- 1791)

22.02.2020

Rodolfo Coronini wurde am 10. Januar 1731 in Görz geboren und studierte in Wien am renommierten Collegium Theresianum Jura, wo er von seinem Vater Erasmus Fröhlich zu Studien und historischer Forschung geleitet wurde. Er wandte sich daher der Erforschung der Geschichte seiner Stadt und seiner Grafschaft zu und veröffentlichte die ersten Ergebnisse in der Tentamen genealogical-chronologicum promovendae seriei Comitum et rerum Goritiae, die 1752 in Wien erschien.

Im Tentamen Coronini's Tentamen präsentierte er die Thesen, die er dann zum Zeitpunkt seines Abschlusses diskutierte, was unter den Lehrern und innerhalb des Hofes selbst ein großer Erfolg war. Kultiviert und brillant, wurde er in eine diplomatische Laufbahn eingeführt und begann sein Praktikum beim bevollmächtigten Minister der österreichischen Regierung in Mailand Beltrame Cristiani, aber seine zukünftige politische Karriere wurde durch den Tod seines Vaters verkürzt: Der junge Rodolfo Coronini war gezwungen, Mailand zu verlassen und nach Görz zurückzukehren, um sein Erbe abzuholen. Die Wechselfälle des darauf folgenden Prozesses reduzierten ihn jedoch für eine Zeit unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen, zu denen noch der Verlust seiner drei Kinder hinzukam, die sich noch in einem frühen Alter befanden. Er teilte seine Zeit zwischen Görz und Wien auf, zwischen öffentlichen Verpflichtungen und historischer und literarischer Produktion. Seine Erfahrungen mit der Wiener Kulturwelt ließen ihn die in Görz als sehr klein empfinden: "Görz ist nichts für jene, die schon lange in Wien leben", schrieb er einem Freund. Neben der Fortführung seiner historischen Forschungen zur Geschichte Görzens und insbesondere seiner Familie (er veröffentlichte u.a. eine neue Landkarte der Grafschaft, eine zweite erweiterte Ausgabe der Tentamen, die Fasti goritienses, ein historisches Gedicht über den görzer Adel, Der Bellum Petriniense über den Krieg gegen die Türken, der seinen Vorfahren Johannes den Täufer gesehen hatte) nahm am kulturellen Leben der Stadt teil, hielt jedoch unter dem Namen Libanio Crissanteo an der am 8. August 1780 in Görz gegründeten Arkadia Romano-Sonziaca fest, zu deren Gründern er gehörte, und stellte seine Villa in Quisca für die arkadische "ragunanze" zur Verfügung. Seine öffentlichen Aufgaben umfassten das Leben der Stadt als Mitglied des Kapitänsrates von Görz und für eine kurze Zeit als Provinzkapitän nach dem Tod des Titulars, dann als Vizepräsident des Kapitänsrates, und er war auch Gouverneur des vom Erzbischof von Attems errichteten Monte di Pietà. Immer noch dem Wiener Hof und insbesondere Kaiserin Maria Theresia verbunden, wurde er zum Kämmerer oder "Kämmerer des Goldenen Schlüssels" ernannt und erhielt später die Ernennung zum Intimen Rat. Er war auch der einzige aus Gorizia, der das Kreuz des Stephanusordens erhielt. Rodolfo Coronini starb am 4. Mai 1791 in Wien, während er in der Hauptstadt eine Mission zugunsten des Volkes von Gradiscia ausübte.