Della Bona Giuseppe Domenico (1790 - 1864)

27.02.2020

Der am 5. August 1790 in Görz geborene Giuseppe Domenico Della Bona war ein fester Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens der Stadt. Er war Ratsherr und Stadtrat, Vorstandsmitglied der Società Agraria und seit 1831 erster Generaldirektor des Monte di Pietà in Görz, der im Laufe der Zeit zu einer Sparkasse wurde, aber man erinnert sich vor allem an ihn wegen seiner Studien auf dem Gebiet der Lokalgeschichte (oder "Heimatgeschichte", wie es damals definiert wurde) und wegen des Aufbaus einer gut ausgestatteten Privatbibliothek, die nach bibliothekswirtschaftlichen Kriterien organisiert und beschrieben wurde und auf Görz und Friaul spezialisiert war. Als leidenschaftlicher Heimatforscher, Historiker und Geschichtsschreiber mit zahlreichen Publikationen sammelte Della Bona im Laufe einer langen Forschungsarbeit eine Reihe von Dokumenten und Zeugnissen, sowohl archivarisch als auch gedruckt, die sich auf die Geschichte Görzens beziehen. Er erwarb die Originale oder, als der Erwerb nicht möglich war, kopierte oder ließ sie abschreiben, um zumindest das Exemplar in seiner Bibliothek aufzubewahren. Dieses Material bildete die Grundlage für viele seiner Werke, wie z.B. die Historische Zusammenfassung der Fürstentümer Görz und Gradisca, die Chronologische Strenna für die antike Geschichte des Friauls und vor allem für die Geschichte Görzens bis zum Jahr 1500, die Chronologische Zusammenfassung der politischen Ereignisse, die sich auf die folgenden Veränderungen im Gebiet von Görz beziehen, und die Neuauflage der Istoria della Contea di Gorizia del Morelli, die von einem Band mit Beobachtungen und Ergänzungen begleitet wird. Della Bona wurde von Manzini als "der erste Bibliothekar in Gorizia" definiert, und zwar nicht so sehr wegen seiner Arbeit als Bibliophiler und Sammler, sondern wegen der wissenschaftlichen Strenge, mit der er die Bücher seiner Bibliothek nach Fachgebieten geordnet und in einer Reihe von Manuskriptkatalogen beschrieben hat, die mit den jüngsten Erwerbungen aktualisiert wurden. Und mit der gleichen Leidenschaft sammelte er, insbesondere in den zahlreichen Bänden seines Lexikons, Nachrichten über die Persönlichkeiten und Ereignisse von Görz und Friaul, die den Gelehrten der Zukunft einen wertvollen Datenschatz lieferten, auf den sie sich beziehen oder von dem aus sie ihre Forschungen beginnen konnten. Nach seinem Tod am 8. Januar 1864 wurde die Büchersammlung von Della Bona, die mehr als fünfhundert Bände zählte (die enthaltenen Werke waren jedoch viel zahlreicher, da viele Texte von geringerer Konsistenz zusammengebunden worden waren), von der Stadtverwaltung erworben und bildet den historischen Kern der Stadtbibliothek.