Francesco Alvarez (1700-1753)

28.02.2020

Der vielleicht bekannteste Wohltäter der Stadt (dessen sehr großzügiges Vermächtnis für andere als die von ihm angegebenen Zwecke verwendet wurde) ist der spanische Marquis Francesco Alvarez Tellez de Meneses. Der um 1700 geborene Alvarez, Witwer seiner Frau Lucrezia Paolina Strassoldo aus Görz, die 1749 heiratete und im Alter von siebzehn Jahren starb, stellte mehr als hunderttausend Gulden für den Bau und den Unterhalt eines Waisenhauses zur Verfügung - für das er bereits das Projekt vorbereitet hatte - in dem zwanzig Waisenkinder "der untersten Plebs" einen Beruf erlernen mussten. Zu diesem Zweck hatte Marquis Alvarez vorgesehen, dass im Erdgeschoss des Instituts, wo "der beste Platz in der Stadt" gebaut werden sollte, Handwerkerläden eingerichtet werden sollten, denen die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung gestellt werden sollten, unter der Bedingung, dass sie die Jungen als Lehrlinge aufnehmen würden. Francesco Alvarez starb am 25. September 1753. Bereits 1757 war das Gebäude fertiggestellt und beherbergte seit 1758 die verwaisten Knaben, wie es der Stifter gewollt hatte, doch die Zweckbestimmung des Instituts änderte sich bald: 1777 wurde ihm ein Armenkrankenhaus angegliedert, um zu verhindern, dass das Kapital der Alvarez-Stiftung, wie beantragt, dem Kärntner Waisenhaus in Klagenfurt zugeteilt wurde. Alle Krankenhäuser und Armenstiftungen der Provinz Gorizia wurden an einem Ort vereint, und 1786 wurde das Gebäude als Sitz des Krankenhauses Fatebenefratelli genutzt, während das Vermächtnis von Alvarez dem Armenfonds gespendet wurde. Die Institution der Hospitalisierung von Waisenkindern war so beendet, dass sie nach den Absichten des Wohltäters auf ewig Bestand haben sollte. ÑWar also die Verwalter in der Vergangenheit bei der Gründung von Stiftungen und Instituten für die Stadt viel schneller als heute, so waren sie doch nicht immer gewissenhafter bei der Einhaltung der von den Erblassern gewünschten Ziele. 1876 wurde die Straße - früher die Contrada des Fatebenefratelli-Krankenhauses -, die heute den Namen von General Diaz trägt, nach Francesco Alvarez benannt. Glücklicher als andere Wohltäter aus Görz (Dreossi, Vandola, Vogel) ist sein Andenken an die alten Straßenschilder geblieben, auf denen steht: "Via Armando Diaz bereits Via Alvarez", und in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts wurde die Passage, die Via Diaz und Via Nizza verbindet, nach ihm benannt.