Francesco Macedonio (1927-2014)

05.02.2020

Geboren in Idria, einer Stadt unweit von Gorizia, derzeit auf slowenischem Gebiet in einer Musikerfamilie, wurde er nach seiner Ausbildung an verschiedenen Hochschulen der Region Grundschullehrer. Seine Leidenschaft für das Theater wurde bald auch durch das Kino und den Zirkus geboren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte er die Gelegenheit, die Rolle des Regisseurs in Gorizia zu übernehmen.

Die große Chance bietet sich 1967, als er für das Teatro Stabile del Friuli-Venezia Giulia in Triest einen Text von Vittorio Franceschi, Gorizia 1916, inszeniert, der von Franceschi selbst gespielt wird. Seitdem wurde Macedonio zum festen Direktor des Teatro del Friuli-Venezia Giulia und leitete die berühmte Kompanie der "Zwölf", der Schauspieler, die viele Jahre lang die feste Bezugsgruppe für die Inszenierungen bildeten. Zu den für das Stabile inszenierten Aufführungen gehören Sior Todero brontolon mit Corrado Gaipa, Il mio Carso, Avvenimento nella città di Goga mit Gabriele Lavia, Casa di bambola mit Ludovica Modugno und Carlo Montagna, L'idealista mit Corrado Pani, Vecchio mondo mit Lina Volonghi, I rusteghi sowie die sehr erfolgreiche Trilogie im Triester Dialekt von Carpinteri und Faraguna Le Maldobrie, Noi delle vecchi province und L'Austria era un paese ordinato: einer der größten Hits der jüngeren Triester Theatergeschichte.

1969 führte er Regie bei Il mio Carso von Scipio Slataper, Bühnenbild von Emanuele Luzzati und Kostüme von Sergio D'Osmo. Unter den Schauspielern können wir uns an Mimmo Lo Vecchio, Orazio Bobbio, Ariella Reggio, Lino Savorani, Gianfranco Saletta, Giorgio Valletta und Lidia Braico erinnern. Seine Karriere setzt sich nicht nur am Teatro Stabile del Friuli-Venezia Giulia fort, sondern auch in Rijeka für das italienische Drama von Rijeka, oder, immer in Rijeka für das kroatische Drama (Hrvatska Drama), in Ljubljana für das slowenische Narodno-Drama, in Bologna für Nuova Scena.

1976 gründete Macedonio zusammen mit den Schauspielern Orazio Bobbio, Ariella Reggio und Lidia Braico das Teatro Popolare La Contrada (heute La Contrada - Teatro Stabile di Trieste), dessen künstlerischer Leiter er bis zu seinem Tod war. In dieser Funktion inszenierte er mehrere Dutzend Aufführungen, vom Theater im Triester Dialekt bis zur italienischen Sprache, vom brillanten Repertoire bis zum dramatischen, bis hin zu zahlreichen Produktionen für Kindertheater. Außerdem inszenierte er einige Aufführungen für das Ensemble "Piccoli" von Podrecca und einige Opern und Operetten für das Giuseppe Verdi-Theater in Triest.

Zu den jüngsten Inszenierungen gehören El mulo Carleto und El serpente de l'Olimpia von Roberto Damiani, inspiriert von den Opern und der Figur des Angelo Cecchelin, Antonio Freno von Macedonio-Perno, L'assente von Bruno Maier, L'Americano di San Giacomo, Un nido di memorie, L'ultimo carneval und I Ragazzi di Trieste von Tullio Kezich, Classe di ferro von Aldo Nicolaj, Due Paia di Calze di seta von Wien und Cosa Sterà la gente? von Carpinteri und Faraguna, Dancing with Cecilia von Pino Roveredo, Ecco un uomo libero von Tom Stoppard, I rusteghi von Goldoni und I Ragazzi Irresistibili von Neil Simon und Zente refada von Giacinto Gallina. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählen Sariandole und Tramachi von Roberto Curci, I ragazzi irresistibili von Neil Simon, mit Johnny Dorelli und Antonio Salines, Il gatto in tasca von Georges Feydeau, Il divo garry von Noël Coward, Fuori i secondi und Svola cicogna von Enrico Luttmann, Maldobrie von Lino Carpinteri und Mariano Faraguna.

Im Jahr 2012 gewann er zusammen mit Valeria Valeri und Paolo Ferrari den Flaiano-Preis für die Regie von Coburn's Gin Game. Im Jahr 2013 kehrt er auf vielfachen Wunsch des Publikums zurück, um die Kompanie der Contrada in dem vom Publikum in Triest am meisten geliebten Text, Zwei Paar Seidenstrümpfe aus Wien von Lino Carpinteri und Mariano Faraguna (für die fünfte Ausgabe!), zu dirigieren, was wieder ein großer Erfolg ist. Er widmet sich auch dem dramaturgischen Schreiben, dem Komponieren, in Zusammenarbeit mit Ninì Perno Quela sera de febbraio, Un'Isotta nel giardino und Antonio Freno. Sue sind auch zahlreiche Komödien, die speziell für das Kindertheater entwickelt wurden, wie z.B. La vecchia e la luna, Bandiera, Scarabocchio, Dietro la comet, E tutto per una rosa, La vigilia di Natale und neuerdings auch Giro giro giro tondo. Er verschwand 2014 im Alter von 87 Jahren.