Giovanni Cobenzl (1530-1594)

07.02.2020

Giovanni Cobenzl wurde um 1530 in San Daniele del Carso geboren. Als Mitglied einer görzerischen Adelsfamilie, deren Vertreter wichtige Positionen im öffentlichen Leben nicht nur in Görz, sondern auch im österreichischen Kaiserreich bekleideten, war Giovanni Cobenzl Sekretär für die lateinischen Briefe Ferdinands I., damals Kanzler für österreichische Angelegenheiten, Hofkanzler, Präsident der Erzherzoglichen Kammer von Graz und Hauptmann der Krain. Er trat in den Deutschen Orden ein, in dem er verschiedene Ämter bekleidete. 

Er war Botschafter und bevollmächtigter Minister von Maximilian II. und Rudolph II.; er leitete im Auftrag des Kaisers diplomatische Missionen im Vatikan, in Mosambik, Polen und Italien und verfolgte mehrere heikle internationale Fragen, darunter die Regelung der Grenzen zur Republik Venedig. Trotz dieser politischen Verpflichtungen auf höchster Ebene befasste er sich auch mit den inneren Angelegenheiten der Grafschaft, und zwar in seiner Rolle als erzherzoglicher Beauftragter der Landtage und somit als Vermittler zwischen den lokalen Behörden und der Zentralregierung, auch wenn seine Beziehungen zur Mehrheit des görzerischen Adels in jenen Jahren, die dem Luthertum sehr nahe standen, nicht die besten waren: Ein Katholik der strengen Orthodoxie, wie der Leutnant der Grafschaft, Vito di Dornberg, schlug Giovanni Cobenzl die Möglichkeit eines Bündnisses zwischen Katholiken und Orthodoxen gegen die Verbreitung protestantischer Ideen vor, die er für eine größere und unmittelbarere Gefahr hielt als die der Türken, die die Grenzen Europas bedrohten, eine Angelegenheit, mit der er sich ebenfalls auseinandersetzen musste. Sein an den Papst gerichteter Bericht über die Mission in Mosambik bringt genau dieses Konzept zum Ausdruck. Sein Name ist nach wie vor mit Görz verbunden, denn 1587 wurde der Cobenzl-Palast gebaut, der nach dem Aussterben des Hauses und der Übertragung des Eigentums an die Familie de Codelli zum Sitz des Erzbistums werden sollte.Giovanni Cobenzl starb am 14. August 1594, während er als kaiserlicher Delegierter an den Sitzungen des Regensburger Landtags teilnahm.