GORIZIAUND PARTNERSCHAFTEN: EIN REICHTUM, DER FÜR UNSERE SCHWESTER LIENZ

09.02.2020

Städtepartnerschaften - die formell sein wollen - sind eine symbolische Verbindung zwischen zwei Gemeinschaften mit dem Ziel, enge freundschaftliche Beziehungen im kulturellen Bereich zu entwickeln. Aber auch historisch, politisch und wirtschaftlich. Görz hat mit vier Städten Städtepartnerschaften geschlossen: Grosseto (1981), Sassari (1983), Klagenfurt in Kärnten (1965) und Lienz in Osttirol (1997). Was Grosseto anbelangt, so entziehen sich die Gründe für die Verbindung, aber wir zweifeln nicht an ihrer Bedeutung. Die Beziehung zu Sassari ist inspiriert von den historischen Bewegungen im Zusammenhang mit dem Ersten Weltkrieg und der Präsenz der gleichnamigen Brigade in unserer Stadt. Die Verbindung zu den beiden anderen Städten erscheint uns jedoch schwangerer. Auch deshalb: Die Städtepartnerschaft mit Klagenfurt verlief parallel zu jener mit Nova Gorica und war das Ergebnis einer langen "diplomatischen" Vorbereitung der Verantwortlichen der drei Städte mit Unterstützung der jeweiligen Nationen, was von großer poetischer Weitsicht zeugte. Dies war einer der Gründe, warum die beiden Städte mitten im Kalten Krieg zum Dialog zurückkehrten und damit den Grundstein für das legten, was "die offenste Grenze Europas" werden sollte. Die jüngste ist die mit Lienz, die 1997 von Bürgermeister Valenti und Bürgermeisterin Helga Machne ratifiziert wurde. Diese letzte Städtepartnerschaft ist durch weit entfernte und tiefe historische Wurzeln motiviert: Es handelt sich um die Konkapitale der beiden Städte der mittelalterlichen Grafschaft Görz. Das Erbe ist in der schönen österreichischen Stadt noch immer lebendig, wo - wer schreibt, ist Zeuge davon, da er sie vor kurzem besucht hat - es noch viel von Görz gibt: in der Kultur und den Gefühlen der Menschen. Davon zeugt auch symbolisch Leonardo, der letzte Graf von Görz, der in Lienz unter einem Kenotaph aus rotem Edelstein begraben ist. Es gäbe viele Beziehungen zwischen den beiden Städten zu entwickeln, nicht nur für einige sporadische Veranstaltungen, sondern zum Beispiel auch für die Einrichtung einiger für beide Seiten zufriedenstellender Ausstellungen. Das schöne Schloss Lienz (auf dem Foto) beherbergt eine Dauerausstellung von Albin Egger-Lienz (einige Werke unten), einem interessanten Künstler, der sich der Wiener Sezession anschloss und ein Vorläufer des deutschen Expressionismus war. Görz könnte über die Stadtverwaltung oder den Erpac die Werke des Görzer Futurismus exportieren, der in Tullio Crali seinen berühmtesten Vertreter hatte und dem Monfalcone kürzlich eine schöne und geschätzte Ausstellung gewidmet hat. Der Traum in der Schublade wäre jedoch eine Ausstellung, die der sehr interessanten mittelalterlichen Periode des nordöstlichen Alpenbogens (der ungefähr mit dem Gebiet der Grafschaft Görz zusammenfällt!) mit dem Epizentrum Görz und Lienz gewidmet wäre. Keine Initiative im Namen von radicio coi ovi und luganighe de Vienna (oder, wenn Sie so wollen, auch diese), sondern ein Ereignis, das an die Wurzeln der historischen und kulturellen Verbindung zwischen den beiden Städten gehen würde. Spes ultima dea, pflegten die Lateiner zu sagen. Wir sagen es auch.

Rossella Dosso