Luzenberger Luigi (1859-1893)

04.02.2020

Am 20. Juli 1893 meldete der "Corriere di Gorizia" die Nachricht vom Tod von Luigi de Luzenberger, der am Tag zuvor im Alter von nur 33 Jahren gestorben war. De Luzenberger, geboren am 2. September 1859, war nach dem Abitur am Staatsgymnasium von Görz 1878 nach Wien gegangen, um sein Studium an der juristischen Fakultät zu absolvieren. Er hatte jedoch eine literarische Berufung entdeckt und seine ersten Gedichte unter dem Pseudonym "Italo Sonzio" in Wien veröffentlicht. Nach seiner Rückkehr nach Görz war er Mitarbeiter des "Corriere di Gorizia" von Carolina Luzzatto, wo er auch einige Schriften über die "Pro Patria nostra" von Triest und die "Pagine friulane" von Udine veröffentlichte. 1888-1889 begann er als erster Bibliothekar der Stadtbibliothek, als diese noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich war, mit der Inventarisierung und Archivierung der Werke. Die damaligen Gedenkfeiern definierten ihn als "italienischen Dichter und Denker": Er hielt Vorträge im Lesekabinett und veröffentlichte neben Broschüren zu philosophischen Themen mehrere Sammlungen von Versen: Sfumature e Vagando in Wien 1882, Versi in Gorizia 1886, Naufraghi in Neapel 1891, Arazzi in Triest 1892 beim Verlag Caprin. Alle seine Gedichte sind auf Italienisch und berühren verschiedene Themen; nur wenige enthalten Hinweise auf die Umgebung von Gorizia. Vielleicht auch aus diesem Grund hat es keine Wiederentdeckung oder Neubewertung seiner Figur als junger und vielversprechender Intellektueller gegeben, der bereits Ende des Jahrhunderts gut in das kulturelle Umfeld Görzens eingefügt war.