Luzzatto Coen Carolina (1837 - 1919)

16.02.2020

Die Hoffnung des italienischen Görz begleitete ihr ganzes Leben lang Carolina Sabbadini, die in Triest geboren wurde, 1856 in Görz ankam und Girolamo Luzzatto Coen heiratete. Sie war gerade neunzehn Jahre alt (sie wurde am 26. November 1837 geboren). Seitdem kam Carolina Luzzatto aus Gorizia und wurde bald zur Seele der irredentistischen Kreise, indem sie ihre Feder in den Dienst des täglichen Kampfes für den italienischen Geist stellte. Sie war Autorin von Komödien, Kurzgeschichten und Versen, von denen sich viele der Kindheit widmeten, und auch Übersetzerin aus dem Deutschen: vor allem aber war sie Journalistin. Zu einer Zeit, als die Frau nur gebeten wurde, Ehefrau und Mutter zu sein, widmete Carolina Luzzatto ihre ganze Energie der irredentistischen liberal-nationalen Presse in Gorizia.

Von 1878 bis 1880 war sie Redakteurin von "L'Isonzo", 1880 von "Il Raccoglitore" und "L'Imparziale"; von 1883 bis 1899 leitete sie den "Corriere di Gorizia" und von 1901 bis 1914 den "Corriere friulano". Sie alle wurden aus politischen Gründen von der Behörde unterdrückt und von wiederholten Entführungen heimgesucht, aber Carolina Luzzatto ließ sich nie entmutigen. Ihr Haus war die Redaktion, und um den Druck des "Corriere" zu ermöglichen, zögerte die Direktorin nicht, ihr Tafelsilber auf den Monte di Pietà zu legen, der fast gegenüber ihrem Haus in der Via Arcivescovado liegt. Die Zeitung wurde verkauft und die Gegenstände wurden entfernt... bis zur nächsten Rechnung. Carolina Luzzatto war auch Korrespondentin aus Görz für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, darunter der "Piccolo", die "Patria del Friuli", die "Pagine friulane", und gehörte verschiedenen kulturellen Vereinigungen der Stadt an, wie der Nationalen Liga, dem Görzer Turnverein - dessen philodramatische Abteilung sie Ehrenmitglied war - und der Familiengesellschaft für Musik und Theater. Ihr Familienleben war nicht sehr glücklich: Das einzige männliche Kind, das von zu Hause wegging, um eine junge katholische Frau zu heiraten, war Jude; ihre jüngste Tochter Ada beging im Alter von zwanzig Jahren Selbstmord. Ihre politischen Gegnerinnen sparten nicht mit ihren heftigen persönlichen Angriffen für das, was als Versagen ihrer Pflicht als Mutter angesehen wurde.

Trotz ihres hohen Alters (achtundsiebzig Jahre) und ihres schlechten Gesundheitszustands wurde sie 1915 in der Justizvollzugsanstalt Göllersdorf verhaftet und später in Oberhollabrunn interniert. Ihre Freundin und Mitarbeiterin Costantina Furlani folgte ihr freiwillig in die Gefangenschaft. Nach einem Jahr durfte sie sich in Triest aufhalten, wo sie bis zum Ende des Weltkriegs blieb. Sie hatte die Freude, ihre Stadt erlöst zu sehen, aber ihr blieben die Enttäuschungen erspart, die Italien denen vorenthalten musste, die an sie geglaubt hatten: sie starb am 24. Januar 1919 in Görz, wohin sie zurückgekehrt war. Sie hatte auf ihre eigene Art für Görz gekämpft, mit der Feder, mit dem Glauben an die Erlösung, mit der Erziehung der Jugend, indem sie Görz jenen bekannt machte, die bereits Italiener waren, gegen die Österreicher und gegen die Slawen; sie wurde verdientermaßen in die dreifarbige Fahne gehüllt begraben, wie sie es wünschte. Carolina Luzzatto ruht auf dem israelischen Friedhof von Valdirose, auf slowenischem Gebiet. Eine kleine Straße in Gorizia, einen Steinwurf von der Grenze entfernt, trägt ihren Namen, und eine Gedenktafel an dem Haus in der Via Arcivescovado, in dem sie lebte, erinnert an sie. Doch mehr als auf den Tafeln lebt ihr Andenken im Gedenken an ihre Mitbürger. Carolina Luzzatto ist Teil unserer Geschichte: "Mit einer männlichen Seele", "männlich", "männlich zäh": Die Worte, die in ihrem Gedächtnis auf ihr Haus und auf ihr Grab geschrieben stehen, vergleichen sie mit einem Mann. Es war damals vielleicht die größte Ehre, die einer Frau zuteil werden konnte. Mit Ausdrücken wie diesen wurde sie gelobt und an sie erinnert, bis eine andere leidenschaftliche Journalistin und Patriotin, Jolanda Pisani ("Kassandra"), die Feder ergriff, um ihrer zu gedenken. "Kassandra" wusste, dass es nicht nötig war, mit einem Mann zu vergleichen, der der erste Journalist aus Görz war, der ihr das Verdienst von fünfzig Jahren unermüdlicher, von der Liebe zu ihrem Land diktierter Tätigkeit zukommen ließ.