Marin Biagio (1891-1985) 

20.02.2020

Biagio Marin, der Dichter der goldenen Insel, geboren am 29. Juni 1891 in Grado, gestorben am 24. Dezember 1985 in Grado, war mit Gorizia durch eine lange, manchmal stürmische Zuneigung verbunden, die von vielen Jahren, die er in der Stadt verbrachte, zuerst als Student und dann als Lehrer, durch ein Freundschaftsband, das 1976 durch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft besiegelt wurde, herrührte.

Der junge "Biaseto" studierte in Gorizia: als Gast der Salesianer besuchte er das Staatsgymnasium, wo er Carlo Michelstaedter traf, der einige Jahre älter war als er (der Dichter hinterließ eine wirkungsvolle Beschreibung der ersten Begegnung mit dem Philosophen im Hof des Gymnasiums). Er wurde wegen eines schweren Disziplinarvergehens von der Schule verwiesen (er war mit einer Pistole bewaffnet in die Klasse gegangen), aber trotz dieser Episode seiner Jugend blieb er der Stadt immer liebevoll verbunden: Hier bildete er sich, nahm an Vereinen und kulturellen Übergriffen teil, druckte seine ersten Verse: Fiuri de tapo (1912) und La girlanda de gno gno Nonnen. (1922). Und hier unterrichtete er einige Jahre lang am Magistralinstitut: eine Erfahrung, die negativ endete, da seine Lehrmethoden nicht akzeptiert wurden und nicht mit denen der damaligen Zeit übereinstimmten. Doch Gorizia blieb ihm immer lieb und teuer.

Biagio Marin, Dichter im Grado-Dialekt und Kandidat für den Literaturnobelpreis 1981, widmete Gorizia einen kleinen Band mit "Prosa d'arte": Seiten in Prosa, auf Italienisch, wo die Seele des Dichters Worte und Bilder in eine nuancen- und gefühlvolle poetische Sprache verwandelt.

In diesem kleinen großen Buch, Gorizia, das 1940 erschien und nach dem Krieg mit einigen Kapiteln und dem Untertitel "die verstümmelte Stadt" neu aufgelegt wurde, beschwor Marin Orte, Menschen und Erinnerungen an die Stadt, die nicht seine goldene Insel war, die er aber mit einer anderen, aber nicht weniger großen Liebe liebte.

"Von der Insel im Meer zeigten sie mir die Berge in Richtung des Griechen, und sie zeigten mir einen weißlichen Fleck im Schwanken der blauen Massen und sagten zu mir: Das ist der Heilige Berg, und zu seinen Füßen liegt Gorizia. Die Stadt war verborgen durch die Schleier der Berge, durch Nebel, Nebel und Wolken. Es war weit weg, und niemand auf der Insel kannte die Straßen, die dorthin führten. Wir wussten nur, dass zwischen uns und den Bergen eine große Ebene liegt: das Friaul. Viele Straßen, viele Dörfer und Flüsse zu erklimmen, zu durchfurten und andere über Brücken zu überqueren ...".

So begann die Geschichte des Dichters, fast wie in einem Märchen einer magischen Vergangenheit, und so erschien ihm Gorizia am Ende der Reise:

"So sah ich sie zum ersten Mal, an einem heißen Tag des 1. Juni, von der Màinizza aus, mit ihrem Schloss auf dem Hügel, unsicher zwischen grün und himmlisch, hinter einem Schleier aus Hitze und Staub. Und jetzt weiß ich, dass ich sie seitdem geliebt habe."


Nell'auditorium del liceo classico "Dante Alighieri" di Gorizia in viale XX Settembre c'è un busto di Biagio Marin. La sala è dedicata al poeta, ex allievo dell'istituto.