MICHELSTAEDTERUND GORIZIA VERDIENEN ETWAS UNTERRICHT IN DEN SCHULEN.

05.08.2019

Der Philosoph Carlo Michelstaedter bekam seinen Hut mit einer Schweißmaschine zurück. Wir freuen uns mit ihm. Eine abscheuliche Tat, die - zum zweiten Mal - durch eine vandalistische Hand verübt wurde. Unnötig zu fragen, warum. Wer immer es getan hat, ist von tiefster Unwissenheit bewegt. Und Unwissenheit ist ein Vorbote des Schadens. Die Statue - eine dankbare Hommage an das große Görz - wurde 2009 vom ehemaligen Kulturstadtrat Antonio Devetag erbaut, der bereits in den neunziger Jahren - nicht ohne Schwierigkeiten - das Museum "Klein-Jerusalem auf der Soča" in der Synagoge errichtet hatte, wo Ausstellungen mit dem von ihm gegründeten Verein Milennio organisiert wurden, der sich hauptsächlich aus Jugendlichen aus Görz zusammensetzt. Dank der Zusammenarbeit mit Marco Menato, Direktor der Staatsbibliothek Isontina, gelang es Devetag, einen kleinen Saal einzurichten, der einigen Werken Michelstaedters gewidmet ist, darunter dem berühmten und wunderbaren "flammenden" Selbstporträt. Es ist paradox, dass die Figur Michelstaedter, die 1987 auf der von der Provinz organisierten und vom damaligen Präsidenten Silvio Cumpeta konzipierten Konferenz "Der Mut des Unmöglichen" im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der größten Philosophen der Welt stand, bei den Görzern selbst so wenig bekannt und geschätzt ist, obwohl sie doch das Symbol der Stadt darstellen sollte. Ein großer Philosoph (aber auch Literat und Maler), der in einem mitteleuropäischen Kontext sein Denken auf den Gegensatz zwischen Überzeugungskraft und Rhetorik reduzierte. Ein Jude aus Görz, der Görz zutiefst liebte, eine Stadt, die ihre Gestalt hervorheben sollte. Wie? Indem man es zum Gegenstand des Studiums macht und in den Schulen der Stadt und der Provinz vertieft. Um die Wahrheit zu sagen, scheint es, dass der große Philosoph in seiner Heimatstadt zur Vergessenheit verurteilt ist. Leider kennen nur wenige junge Menschen, auch wenn sie in der jetzt ehemaligen Provinz leben, die Geschichte Görzens und die der vielen Persönlichkeiten, die die Stadt in vielen kulturellen Bereichen zum Ausdruck gebracht hat. Eine Geschichte voller Fakten, die Gorizia selbst zu einem illustren Protagonisten gemacht hat. Eine Geschichte, die mit dreihundertfünfzig Abschlüssen in den Schulen von Görz gelehrt werden muss, um den Jugendlichen von Görz den Stolz zurückzugeben, zu einer Stadt zu gehören, die entscheidend zur Entwicklung von Kultur und Kunst in Italien und Mitteleuropa beigetragen hat.

ROSSELLA DOSSO