Principe Quirino (1935)

03.02.2020

Germanist und Musikwissenschaftler (Gorizia 1935). Er ist einer der größten italienischen Musikwissenschaftler und Autor von Monographien über Mahler und Strauss. Essayist, Übersetzer aus dem Deutschen von Junger, Jaspers, Horkheimer und Arendt, gab er für Rusconi die italienische Ausgabe von Il signore degli anelli di Tolkien heraus. Quirino Principe wurde 1935 in Gorizia geboren. Er studierte Philosophie an der Universität Padua und ließ sich in Mailand nieder, wo er sein Interesse für Musik, antike und mittelalterliche Kultur und deutsche Literatur mit der Tätigkeit als Übersetzer, Verlagsberater und Lehrer für italienische und deutsche Literatur für Komponisten am Konservatorium "G. Verdi" verband. Er veröffentlichte einen Gedichtband, Il libro dei cinque sentieri (1973), der von Pier Paolo Pasolini positive Kritiken erhielt, vor allem aber Essays wie La rivoluzione incompiuta sulla cultura letteraria e musicale del Novecento (1974), Vita e morte della scuola (1970) und Manuale di idee per la scuola (1977) sowie musikwissenschaftliche Bücher wie Mahler (1983), Strauss (1983), La Sonnambula von Vincenzo Bellini (1991).

Er ist Autor von Aufsätzen in Musikfachzeitschriften und von Kulturartikeln in überregionalen Zeitungen ("Repubblica", "Il Sole 24 ore"). Quirino Principe ist auch dafür bekannt, dass er 1970 Rusconi Editore die Veröffentlichung der Trilogie von J,R,R, Tolkien, Il Signore degli anelli vorgeschlagen hat, deren italienische Ausgabe er kuratiert hat und die auch in unserem Land den außerordentlichen Erfolg der tolkenischen Oper begründete. [...] Gorizia Principe war immer mit ihr verbunden. Seine Anwesenheit bei den jährlichen mitteleuropäischen Kulturtreffen, deren Förderer und Begründer er war, ist konstant: Unter anderem leitete er die Arbeit der Konferenzen, die dem Judentum und Mitteleuropa und La Mitteleuropa in den 1920er Jahren gewidmet waren, und kümmerte sich um die Abfassung der Tagungsunterlagen. Er war einer der ersten Görzer, abgesehen von seinen Zeitgenossen, die ihn persönlich gekannt hatten, der sich mit Carlo Michelstaedter auseinandergesetzt hat, und zwar bereits 1968, vor der Gründung des "Fonds", der dem Philosophen in der Stadtbibliothek gewidmet war, und dann seiner "Wiederentdeckung" auf nationaler und internationaler Ebene. Seine Zeugnisse, die sich auf die Schuljahre der Adoleszenz und Jugend beziehen, fehlen in den Bänden über die Mittelschule "Vittorio Locchi" und das klassische Gymnasium "Dante Alighieri" nicht. Auch die Freundschaft, die ihn mit Ervino Pocar verband, ist symptomatisch für die Wahlverwandtschaft zwischen zwei Gorizianern fern von Görz, die über den Altersunterschied hinaus einen gemeinsamen kulturellen Humus und ein Gefühl finden konnten, dem dieselbe, kaum definierbare, aber durchaus reale "Görzigkeit" nicht fremd war.A. Gallarotti. Gorizia in den Porträts der Musik, Peri e Principe, in "Banca &", Nr. 19 (1998), S. 10-13. Premio Sant'Ilario e Taziano 2005 mit der Motivation: "den Namen Görz zu ehren und sein Leben den vielen Gesichtern der Kultur und Kunst zu widmen: von der Musik bis zum Studium von Fremdsprachen, von der Poesie bis zum Theater sind seine Werke wichtige Zeugnisse der Leidenschaft und Kreativität".