STAATSGYMNASIUM UND MICHELSTAEDTER

30.11.2019

Die Kultur und die Friulanität Görzens standen im Mittelpunkt des gestrigen Treffens in der Buchhandlung LEG am Corso Verdi anlässlich der Vorstellung der Zeitschrift La Panarie, einer der einflussreichsten Stimmen in der friaulischen Verlagsszene. Die Zeitschrift, die 1924 auf Initiative des Schriftstellers Chino Ermacora entstand, hat in ihrer langen Geschichte viele erfolgreiche Zeugnisse, aber auch Momente der Schwierigkeit gekannt, die dank der Qualität des Engagements überwunden wurden, das die Protagonisten dieses schönen Projekts, das, wie sein historischer Direktor Vittorio Zanon erklärte, auch in der Realität von Görz Wurzeln schlagen will, das so viel zur Aufwertung des kulturellen Erbes des Friauls beigetragen hat, stets animiert hat. Rossella Dosso, deren Artikel "Lo Staatsgymnasium e la friulanità goriziana tra fine '800 e inizi '900" (Das Staatsgymnasium und die Friaulität in Görz zwischen Ende '800 und Anfang '900) in der letzten Ausgabe der Zeitschrift erscheint, hat eine detaillierte Analyse dieser für Görz aus literarischer und künstlerischer Sicht besonders blühenden historischen Epoche vorgenommen, in der eine lange Liste von Intellektuellen wie u.a. Carlo Michelstaedter, Biagio Marin, Ugo Pellis, Giovanni Lorenzoni, Antonio Morassi und Leo Planiscig zu finden ist. Dies dank der Rolle des Schulinstituts, das in vollem Positivismus seinen Schülern eine sehr breite kulturelle Vorbereitung und Denkweise bieten konnte, ohne dabei eine oft philosophisch transgressive Modernität zu vernachlässigen, um für die zukünftige Führungsklasse in Görz einen Geist frei von Vorurteilen zu formen, der authentisch transnational und mitteleuropäisch ist und die Zentralität des Menschen und seiner verborgenen prometheischen Tendenzen betont. Rossella Dosso hat eine Debatte über die Notwendigkeit ausgelöst, dieses spannende kulturelle und historische Erbe nicht durch ihren Unterricht in den Schulen zu verbreiten. Dies ist ein Thema, das wir aufgreifen und vertiefen wollen. Ein großes Publikum, das die maßgebliche Anwesenheit des Regionaldirektors der ARLEF, des Direktors der Staatsbibliothek Isontina und des Stadtrats für Kultur sah, bildete den Rahmen für das erfolgreiche Treffen.