Stanig Valentin (1774-1847)

19.02.2020

Don Valentin Stanig war einer der Protagonisten des Bergsteigens der Ursprünge sowie Naturforscher und Seelenhirte und übte den größten Teil seiner Tätigkeit in Görz und Umgebung aus. Geboren am 12. Februar 1774 in Bodrez bei Canale, besuchte Valentin Stanig zunächst Schulen in Görz, dann in Klagenfurt und Salzburg, wo er Theologie studierte und zum Priester geweiht wurde.

 Zuerst war er Kaplan in Nonnenberg, dann wurde er lange Zeit in Gorizia, in Bainsizza und Ronzina betreut. Er war nicht nur Priester, sondern auch Führer und Lehrer für seine Gemeindemitglieder, brachte Kindern das Lesen bei, lehrte Bauern den Obstanbau und verbreitete die Pockenimpfung, die er persönlich praktizierte. Später zum Kanoniker der Kathedrale von Görz ernannt, brachte er auch seine unermüdliche Tätigkeit zugunsten der weniger Glücklichen in unsere Stadt. Ihm ist es zu verdanken, dass 1842 das Taubstummeninstitut eröffnet wurde, dem sich Stanig bis zu seinem Tod widmete. Er komponierte oder übersetzte auch slowenische Gebete, Lieder, Gedichte und Texte des Religionsunterrichts, in einer intensiven Arbeit zur Unterrichtung des slowenischen Volkes. Er förderte auch eine Aufklärungskampagne gegen Tiermisshandlungen und war Inspektor von Schulen in der Erzdiözese Gorizia. Seine Liebe zur Natur hatte ihn von Jugend an dazu geführt, die Gipfel von Salzburg und Görz zu besteigen. Er bestieg allein den Watzmann und den Hohen Göll, nahm 1800 an der vom Salzburger Erzbischof organisierten Besteigung des Großglockners teil und bestieg den Tricorno, den Mangart, den Monte Nero, den Matajur, den Canin und viele andere unserer Berge, wobei er genaue Berichte über die Besteigungen in deutscher Sprache verfasste, die in der Fachpresse veröffentlicht wurden. Er war ein Pionier des Bergsteigens, in dessen Geschichte er aus eigenem Antrieb einging. Auf den Bergen, seien es die eben erwähnten Gipfel oder die Berge um Görz (San Valentin, Montesanto), wurde seine Beziehung zu Gott durch die Kontemplation der Natur und der Größe der Schöpfung sublimiert. Er starb am 29. April 1847 im Krankenhaus von Gorizia, wo er nach einer schweren Krankheit ins Krankenhaus eingeliefert worden war, die ihn trotz seiner dreiundsiebzig Jahre, in denen er am Bau einer Steinmauer arbeitete, erwischt hatte. In Canale wurde ein Denkmal für Valentin Stanig errichtet, und die Schutzhütte auf dem Berg Tricorno und ein Platz in München tragen seinen Namen.